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Vakuumtiefziehen von Kunststoffteilen
                    
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Vakuumtiefziehen von Kunststoffteilen

 

Auslöser für meine eigenen Versuche in dieser Sache war der Beitrag von Hilmar Lange im FMT 10/2003. Basierend auf diesem Artikel habe ich es im Frühling 2005 dann selbst versucht, mit Erfolg!

Ich möchte im folgenden meine eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse weitergeben, denn es ist wirklich viel einfacher als man denkt!


Für das Vakuumtiefziehen braucht es nur eine Box, an die ein normaler Staubsauger angeschlossen werden kann. Diese Box sollte weitgehend luftdicht sein, oben zum Beispiel mit einem Lochblech verschlossen sein und am Rand eine weiche Dichtung haben. Ich habe 10mm Moosgummi verwendet.
Zusätzlich habe ich noch zwei Führungsleisten ergänzt um beim Aufsetzten des Rahmens eine bessere Zentrierung zu erhalten. 
Zwei Planskizzen, für zwei verschieden grosse Boxen können herunter geladen werden!

Die Modelle sind aus normalem Balsaholz gefertigt, die mit 400er Schleifpapier geglättet wurden. Das reicht völlig für gute Oberflächen!

Das Tiefziehen selbst funktioniert so, dass eine Kunststoffplatte so heiss gemacht wird das sie sehr weich wird und dann über das Positiv- Modell gestülpt wird damit der Staubsauger die weiche Platte "um das Modell herum ansaugen kann". Und das geht folgendermassen:


1. An Kunststoffplatten können prinzipiell alle verwendet werden, die unter Wärmeeinwirkung weich werden (so genante Thermoplaste, Dicken von 0.3 - ca. 1mm). So kann zum Beispiel ABS (von Graupner), Polystyrol, PVC, Acrylglas und diverse andere Materialien verwendet werden. Im Endeffekt muss man es einfach mal probieren.
Ich habe mit den 0.5mm ABS- Platten von Graupner schon mal sehr gute Erfahrungen gemacht.
2. Die gewählte Kunststoffplatte wird mit solchen Klammern aus dem Bürobedarf (Mauly- Klemmen) zwischen zwei Holzrahmen festgeklemmt.

Wichtig bei diesem "Tiefziehrahmen" ist dabei, das es sich nicht zu stark verwindet. Denn sonst kann man ihn nicht flächig auf die Dichtung drücken. Das musste ich zum Beispiel bei der grossen Box machen.

3. Das Modell, das abzuformen ist, wird mit einem kleinen Stück Klebeband auf der Box fixiert (damit es nicht verrutschen kann) und der Staubsauger angeschlossen (fest eingesteckt in der Box).

In der Zwischenzeit wird der Backofen auf 230 - 270°C vorgeheizt (je nach Material, ausprobieren).

4. Im Backofen werden vier "Stützen" aufgestellt, auf die der Rahmen aufgelegt werden kann. Das können zum Beispiel kleine Tassen, oder wie hier vier Eierbecher aus Keramik/Porzellan sein.
Die sind nötig weil sich die Kunststoffplatte nach unten ausbeult, wenn sie die richtige Temperatur erreicht. Und der Kunststoff soll ja nicht im Backofen festkleben...

Wenn der Backofen die 230-270°C erreicht hat geht alles recht schnell:


5. Kaum hat man den Rahmen in den heissen Backofen gelegt, beginnt sich die Kunststoffplatte zu wellen. Aber schon wenige Sekunden später wird die Oberfläche wieder glatt und gespannt.
Nun geht es ein, zwei Minuten wo nichts geschieht, Dann aber beginnt sich der Kunststoff langsam nach unten abzusenken, es bildet sich so etwas wie ein Trog. Jetzt ist der Richtige Zeitpunkt den Staubsauger zu starten...
 

6. Wenn es etwa so aussieht wie oben rechts (bei einem grösseren Rahmen wird es noch ausgeprägter sein), nimmt man den Rahmen zügig aus dem Backofen und presst ihn mit einer schnellen Bewegung auf die Box.

Dabei ist darauf zu achten das man möglichst schnell eine dichte Verbindung erzielt und der Staubsauger den Kunststoff mit "einem Schlag nach unten saugt"!
Das ist sehr wichtig, denn sobald der weiche Kunststoff mit einem Gegenstand in Kontakt kommt, kühlt er blitzschnell ab und verliert an Elastizität.
Schon nach 10 - 15 Sekunden kann man loslassen, den Staubsauger ausschalten und seine Arbeit von der Form trennen. Das war's...


Links ist meine grosse Box zu sehen, mit dem Kabinenhaubenmodell der Akroflash 2.

Gut zu sehen ist hier auch die nachträgliche Versteifung des Rahmens. Das war nötig, weil ich den, sonst zu weichen Rahmen, nicht dicht auf die Box pressen konnte.

Auch die seitlichen Führungen an zwei Seiten waren nötig, da ich bei dieser Grösse viel zu lange gebraucht habe bis ich den Rahmen ausgerichtet hatte zur Dichtung der Box.
Nur mit diesen Führungen kann ich den Rahmen schnell genug aufsetzten.

Der Kunststoff den ich für diese Haube verwendet habe, habe ich beim Bastelbedarf eines Warenhauses gefunden. Er ist nur 0.5mm dick und kostete nur wenig mehr als zwei Franken.
Das Resultat war eine Haube die nur ganz leicht milchig war. Es lohnt sich als auch mit unbekannten Materialien zu experimentieren...
So sieht das Resultat meiner ersten Tiefziehversuche aus. Es handelte sich dabei um die Kabinenhaube, Bug- und Heckabdeckung der schon erwähnten Akroflash 2.

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Letzte Aktualisierung: 15. Dezember 2007        

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